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2006 H50 Warum ist Tennis so schön?

Warum ist Tennis so schön?

Impressionen vom Medenspiel Herren 50 am 25. Mai 2006 gegen TC Heide

Treffen auf dem Refrather Marktplatz

Dauerregen! Bereits die gesamte Nacht über. Vereinzelte frierende, noch etwas müde Gestalten auf dem Refrather Marktplatz. Diskussion darüber, ob und wie die heutige Turnierbegegnung mit dem TC Heide abzusagen ist. Wir sind selbstverständlich der Meinung, dass es idiotisch ist, bei solchem Wetter das Spiel auch nur in Erwägung zu ziehen – und diskutieren eifrig die günstigste Anfahrroute zum TC Heide. (Unglaublich übrigens, wie viele Straßen es offenbar in unserer Gegend gibt!). Willi muss wie immer erst noch seine Tennisschuhe holen. Diesmal tut er`s sogar schon ohne dazu aufgefordert worden zu sein. Ulrich entwickelt indes fachkundig die Strategie für den heutigen Tag. Alle hören interessiert zu, und jeder weiß, dass mit Sicherheit alles anders ablaufen wird. „Wieder `mal der gesamte Feiertag im Eimer“. „Bescheuert, das wird nie `was bei dem Wetter“. „Im nächsten Jahr mach` ich das nicht mehr mit“. Aller (altbekannter) Sprüche zum Trotz fahren wir los.

Ankunft auf der Tennisanlage

Es empfängt uns eine idyllisch gelegene Tennisanlage in landschaftlich reizvoller Umgebung mit bunt blühenden Wiesen. Rundum sattes Grün (oder besser „green“, damit es auch die Golfer unter den Tennisspielern verstehen), sanfte Hügel – und ein regenverhangener, bleigrauer Himmel. Der erste Blick auf die Tennisplätze verheißt erwartungsgemäß nichts Gutes. Ingo: „Jetzt habe ich doch wieder meine Badehose vergessen“! Die Plätze stehen an den Grundlinien zentimeterhoch unter Wasser.

Unser Gegner

Wie immer werden erst einmal die Gegner in Augenschein genommen. Gerd: „Wir kriegen vorne (gemeint ist die Meldefolge) immer die Dünnen“. Und wirklich, hünenhafte, athletische Spieler präsentieren sich als unsere heutigen Gegner. Der Blick in die Spielerpässe bestätigt, was der Blick in die Gesichter bereits befürchten ließ: Blutjunge Burschen, gerade `mal 50 Jahre alt geworden! Wir sehen all` unsere Hoffnungen auf den Klassenerhalt dahinfahren und erklären uns gegenseitig die vielen Vorteile der niedrigeren Spielklasse.

Der Spielverlauf

Der Gastgeber saugt und zieht seine Plätze trocken. Eine kurze Regenunterbrechung zur richtigen Zeit führt zur Aufnahme des Spielbetriebes. Alles verläuft erwartungsgemäß. Nach der ersten Einzel-Runde 0:3 Rückstand. Die Kreisklasse wieder in greifbarer Nähe! Trotz andauernden Nieselregens wird weiter gespielt, schließlich haben wir jede Menge Zuschauer! Eine Herde schwarz-weiss gefleckter Rindviecher auf der nahe gelegenen, tribünenartig ansteigenden Weide, schaut uns voller Unverständnis aus großen Kuhaugen zu und feuert uns zeitweise lautstark – aus unserer Sicht allerdings etwas unmotiviert – an. Wilfried, unser einziger echter Fan, ist eigens mit dem Trekkingbike angereist, wetterfest bis zur Unkenntlichkeit verpackt. Gernot hat Angst um seine nicht mehr vorhandenen Menisken und fordert trockenen Sand für den schmierseifigen Grundlinienbereich. Ein architektonisch dem Kuh-Unterstand auf der benachbarten Weide nachempfundener, zwischen den Plätzen gelegener Pavillon ermöglicht es, inmitten einer verschwenderischen Fülle von Glyzinenblüten die nervenaufreibende Spielweise der eigenen Mannschaftskameraden hautnah und dennoch trocken mitzuerleben.

Allmählich wendet sich das Blatt.  3:3 nach den Einzeln. Wir haben wieder Oberwasser. Jetzt gilt es, die Doppel richtig aufzustellen. Zum Matchgewinn müssen wir lediglich noch zwei Doppel gewinnen – der Gegner allerdings auch.

Das Wunder von Heide geschieht. Wir gewinnen zwei Doppel und sind Tagessieger.

Nach Spielende.

Der Gastgeber wirft den Grill an. Das dauert – schmeckt dann aber umso besser. Die Wartezeit gibt uns Gelegenheit, über unsere Aufstiegsmöglichkeiten zu philosophieren. Abstiegsgedanken? Das war gestern (oder war`s heute morgen?). Für uns jetzt überhaupt kein Thema mehr! Hans-Friedrich ist als Mathematiker prädestiniert dafür, die Wahrscheinlichkeiten möglicher Aufstiegsszenarien zu ermitteln. Sollte Siebengebirge (das ist die Mannschaft gegen die wir im ersten Spiel dieses Jahres mit 1:8 kläglich untergegangen sind) gegen Heide (unser heute von uns knapp geschlagener Gegner) verlieren (warum sollte das wohl geschehen?) und … und … , dann wäre unser Aufstieg einfach nicht mehr zu verhindern. Alle betonen eilfertig, dass sie das ja um Himmels Willen nicht möchten. Das sagen wir immer, und manchmal denken wir`s sogar.

Das gemeinsame Essen

Die obligatorischen Reden der Mannschaftsführer. Nicht immer ist der Dank an faire Gegner derart berechtigt wie an unseren heutigen sympathischen und gastfreundlichen Kontrahenten, wenngleich wir im bisherigen Spielverlauf dieses Jahres ausnahmslos auf sportlich eingestellte, nette Tenniskameraden gestoßen sind. Das Essen ist ausgezeichnet und entspricht unserer Stimmung. Manfred entwickelt sprachgewandt Theorien, warum was nicht so gewesen ist, wie es nach Kenntnis jedes Tennisspezialisten eigentlich hätte gewesen sein müssen.

Die Heimfahrt

Es schüttet wie aus Kannen. Auf der Heimfahrt wird – auch das wie immer – der Spielverlauf analysiert. Fazit: Wir sind diesmal zufrieden mit uns. „Wenn wir gegen Oberpleis/Siebengebirge so drauf gewesen wären, hätten wir dort auch gewonnen. Ganz sicher. In einem sind wir uns aber auch sicher. Jürgen bringt es auf den Punkt: „So bekloppt, sich bei solchem Mistwetter einen ganzen Feiertag um die Ohren zu hauen, können auch nur Tennisspieler sein!“

In 4 Wochen sind wir wieder bekloppt und freuen uns schon `drauf  –  natürlich gibt das keiner offen zu.

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So habe ich Euch am 25.5.2006 erlebt. Ich wünsche mir noch viele solcher Begegnungen mit Euch!

Euer Gernot

2006 Medenmannschaft Herren 50: Von links stehend: Gernot Jäger, Gerd Clausing, Ulrich Halbritter, Ingo Paefgen, Karl-Heinz Meier, Gerd Mayer, Friedrich Langer. Von links kniend: Willi Leffelsend, Hans-Friedrich Fischer, Jürgen Kreft, Manfred Büscher.

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